Mission Innovation Austria Online-Veranstaltung Dialog in Fokusgruppen „100% erneuerbare Wärme und Kälte in der Industrie“

Die Technologie- und Innovationsplattform für erneuerbares Heizen und Kühlen (RHC-ETIP) erarbeitete einen umfassenden Forschungsfahrplan (Strategic Research and Innovation Agenda, SRIA) für die europäische Industrie. Übergeordnetes Ziel ist die Erreichung einer 100% erneuerbaren Wärme- und Kälteversorgung und die Ableitung dafür notwendiger Forschungs- und Entwicklungsschritte.

Im Rahmen der Mission Innovation Austria Online-Veranstaltung Dialog in Fokusgruppen „100% erneuerbare Wärme und Kälte in der Industrie“ am 17. Mai 2021 wurden notwendige Maßnahmen zur konkreten Unterstützung der Weiterentwicklung innovativer Technologien für Produktionsbetriebe thematisiert und mit Vertretern aus Industrie und Forschung diskutiert. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Klimaschutzministerium (BMK), dem Klima- und Energiefonds und AEE INTEC organisiert und durchgeführt. Eröffnet wurde der Dialog von Mag. Eva-Maria Titz und DI Theodor Zillner (beide BMK) sowie DI Theresia Vogel (Klima- und Energiefonds).

Mag. Silvia Gehrer (in Vertretung von Mag. Dr. Michael Losch, Sonderbotschafter Österreichs für grüne Industrie, BMK) zeigte in ihrem Impulsvortrag, wie die Erreichung der gesetzten Ziele der Klimaneutralität im europäischen Kontext eingebettet und welche budgetären Mittel dafür in den nächsten Jahren zur Verfügung gestellt werden. DI Christoph Brunner (Geschäftsführer AEE INTEC) präsentierte die Schwerpunkte der Forschungsagenda (SRIA) und hob die Wichtigkeit der nachhaltigen Versorgung des industriellen Wärme- und Kältebedarfs (74% des industriellen Energiebedarfs) hervor.

Die österreichischen Industriebetriebe Brau Union Österreich AG (Dr. Gabriela Strake) und AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (DI Angela Laverde) zeigten bereits umgesetzte Projekte aber auch aktuelle und zukünftige Aktivitäten und Missionen auf dem Weg zur Erreichung von 100% erneuerbarer Wärme- und Kälteversorgung und hoben den damit verbunden F&E Bedarf hervor. Ähnlich äußerten sich Vertreter der österreichischen Technologielandschaft, die Einbindungsmöglichkeiten, Umsetzungen sowie auch den Forschungsbedarf für erneuerbare Technologien zeigten. Vieles wurde bereits erreicht aber es besteht der dringende Bedarf an konkreten Weiter- und Neuentwicklungen, wie man an den Beispielen Solarthermie (SOLID Solar Energy Systems GmbH, Dr. Christian Holter), Wärmepumpe (ecop Technologies GmbH, Ing. Bernhard Adler) und Biogas (Biogest, Daniel Bauer) gesehen hat.

100 Teilnehmer zeigten das Interesse an diesen Aktivitäten und unterstrichen den F&E bedarf in einer parallelen Umfrage. Von besonders hoher Relevanz wurden erneuerbarer Strom, grünes Gas, neue Energievektoren aber auch Biomasse und Solarthermie eingestuft. Während ersteren Lösungen ein noch sehr hoher Forschungsbedarf zugeordnet wurde, wird Geothermie, Solarthermie und Biomasse trotz des noch enormen Entwicklungspotentials bereits jetzt getraut, konkrete Lösungen beitragen zu können. Als dafür notwendig wurden typische Querschnittsthemen wie die hybride erneuerbare Energieversorgung, Kreislaufwirtschaft, emergierende Prozesstechnologien aber auch die Digitalisierung genannt.

Am Ende war man sich einig – erneuerbare Technologien sind vorhanden. Allerdings braucht es große Anstrengungen von Forschung und Entwicklung für deren Weiterentwicklung und Integration in industrielle Energiesysteme, der Nutzung des Potentials von Sektorkopplung und letzten Endes den „Mut zur Veränderung“ in der Industrie. Damit kann das Ziel von 100% erneuerbarer Wärme und Kälte in der Industrie erreicht werden.